{"id":25,"date":"2012-01-26T10:36:57","date_gmt":"2012-01-26T09:36:57","guid":{"rendered":"http:\/\/wp1115453.wp151.webpack.hosteurope.de\/blogs\/kalkberg\/?page_id=25"},"modified":"2015-11-13T00:22:24","modified_gmt":"2015-11-12T23:22:24","slug":"erreichbarkeit-stadtmitte","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?page_id=25","title":{"rendered":"Zentralit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>Die geplante Basisstation Kalkberg befreit nicht die Stadt K\u00f6ln bzw. den Tr\u00e4ger der Luftrettung von der Aufgabe, an den f\u00fcr die Schwerstverletztenversorgung ausgestatteten Kliniken Uni, Merheim und Riehl, Helilandepl\u00e4tze vorzuhalten, um die Akutversorgung sicherzustellen. Ein Luftrettungszentrum muss deswegen nicht in der City angesiedelt werden, zumal die meisten Einsatzstellen im K\u00f6lner Umland liegen. Die innerst\u00e4dtischen Eins\u00e4tze k\u00f6nnen aufgrund fehlender Landem\u00f6glichkeiten in dicht bebauten Bereichen gar nicht per Heli abgewickelt werden.<\/p>\n<p>Die Argumente der Stadt K\u00f6ln f\u00fcr einen zentralen Standort der Basisstation sind folgende:\u2028- bessere Abdeckung des Stadtgebietes, insbesondere der n\u00f6rdlichen Stadtteile Chorweiler und Worringen.\u2028- Erreichbarkeit des gesamten K\u00f6lner Stadtgebietes innerhalb von 12 Minuten.<\/p>\n<ul>\n<li>geringere \u00dcberschneidung mit dem Einsatzbereich des in Koblenz stationierten Rettungshubschraubers.<\/li>\n<li>schnellere Andienung der Krankenh\u00e4user nach Umladen der Patienten vom Hubschrauber in den Rettungswagen<\/li>\n<li>k\u00fcrzere R\u00fcckwege von den Krankenh\u00e4usern zur\u00fcck zur Basisstation<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zu diesen Punkten ist folgendes anzumerken:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Bezugsraum f\u00fcr den Rettungshubschrauber Christoph 3 ist nicht das K\u00f6lner Stadtgebiet, sondern der gesamte Raum der K\u00f6ln-Bonner Bucht. Das dr\u00fcckt sich auch in der Finanzierung aus: Die Stadt K\u00f6ln tr\u00e4gt zwar mit rund 25% den gr\u00f6\u00dften Einzelanteil an der Finanzierung des Hubschraubers, dennoch werden 75% von den Umlandgemeinden finanziert. Eine gr\u00f6\u00dfere N\u00e4he des Rettungshubschraubers zu den dichter bewohnten Stadtgebieten der K\u00f6lner Innenstadt klingt zwar zun\u00e4chst plausibel, ist aber weitgehend unbedeutend, da die Hubschrauber hier nur unter erschwerten Bedingungen eingesetzt werden k\u00f6nnen und durch das dichte Netz aus Rettungsstationen und Krankenh\u00e4usern hier auch in dringenden F\u00e4llen Rettungswagen schneller reagieren k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Im selben Ma\u00dfe, wie Chorweiler und Worringen durch den zentraleren Standort schneller angeflogen werden k\u00f6nnen, werden z.B. Troisdorf, Porz und Wesseling durch die Verlegung des Standortes vom Flughafen an einen \u201ezentraleren\u201c Standort langsamer erreicht. Denn \u201ezentraler\u201c gelegen ist der neue Standort nur in Bezug auf das K\u00f6lner Stadtgebiet, nicht aber in Bezug auf das Einsatzgebiet des Hubschraubers. Eine \u201eOptimierung\u201c des Standortes in Bezug auf eine zentralere Lage im Einsatzgebiet m\u00fcsste als Bezugsgr\u00f6\u00dfe nicht das Stadtgebiet K\u00f6lns haben, sondern den gesamten Raum zwischen den angrenzenden Stationen im Norden, S\u00fcden, Osten und Westen des Landes, also Duisburg, Koblenz, Siegen und Aachen.<\/li>\n<li>Die von der Stadt K\u00f6ln ausgegebene Devise, dass der Rettungsdienst in jedem Teil des Stadtgebietes innerhalb von 12 Minuten einsatzbereit sein sollte, ist aus Sicht der K\u00f6lner zwar ehrenwert, zielt aber an der Aufgabe des Hubschraubers, n\u00e4mlich der bestm\u00f6glichen Abdeckung seines gesamten Einsatzgebietes, vorbei. Im \u00dcbrigen sind, bei den zugrunde zu legenden Fluggeschwindigkeiten und unter Ber\u00fccksichtigung der Ein- und Ausstiegszeiten, auch vom jetzigen Standort am K\u00f6ln-Bonner Flughafen aus, selbst Chorweiler und Worringen innerhalb von 12 Minuten erreichbar. Zudem sollen bis zum Jahr 2015 im n\u00f6rdlichen K\u00f6lner Stadtteil Worringen eine neue Rettungswache gebaut sowie zwei Rettungstransportwagen und ein Notarzt-Einsatzfahrzeug in Dienst gestellt werden.<\/li>\n<li>In den Grafiken der Stadt K\u00f6ln zur \u00dcberschneidung der Einsatzgebiete von Christoph 3 und des in Koblenz stationierten Rettungshubschraubers taucht der n\u00f6rdlich von K\u00f6ln, n\u00e4mlich in Duisburg stationierte Rettungshubschrauber bezeichnenderweise nicht auf. W\u00fcrde er auftauchen, s\u00e4he man, dass im selben Ma\u00dfe, in dem die \u00dcberschneidung mit dem Koblenzer Hubschrauber durch die Verlegung des K\u00f6lner Standortes nach Norden abnimmt, diejenige mit dem Duisburger Hubschrauber im Norden zunimmt.<\/li>\n<li>Die schnellere Andienung der Krankenh\u00e4user nach Umladen der Patienten vom Hubschrauber in den Rettungswagen ist f\u00fcr den Rettungshubschrauber Christoph 3 gar kein Argument, da dieser die Kranken und Verletzten weiterhin direkt in der Uniklinik, dem St. Vinzenz Hospital oder der Klinik in Merheim abliefert, die f\u00fcr die entsprechende Notfallversorgung sowie mit Helilandepl\u00e4tzen ausgestattet sind und bleiben. Alle anderen Krankenh\u00e4user werden von diesen Landepl\u00e4tzen aus angedient, jedoch weitgehend durch Verlegungstransporte, nicht durch Rettungseins\u00e4tze.<\/li>\n<li>Lediglich f\u00fcr das Kinderkrankenhaus an der Amsterdamerstra\u00dfe, das bisher \u00fcber einen eigenen Landeplatz verf\u00fcgt, muss nach der neuen EU-Vorschrift f\u00fcr Hubschrauberlandepl\u00e4tze in absehbarer Zeit nach einer neuen L\u00f6sung gesucht werden. Es ist jedoch kaum vorstellbar, dass schwersterkrankte\/-verletzte Kinder zum Kalkberg geflogen, in einen Krankenwagen umgeladen und dann bodengebunden nach Riehl transportiert werden. Erst wird um Sekunden\/Minuten gek\u00e4mpft, um dann nach einem zus\u00e4tzlich belastenden Umlagern in der Rushhour wom\u00f6glich auf der Zoo-\/M\u00fchlheimer Br\u00fccke im Stau zu stehen, wo auch kein Sondersignal weiterhilft. Sinnvoll w\u00e4re hier die L\u00f6sung nach einer neuen, nahegelegenen Landem\u00f6glichkeit, z.B. im Nordpark. Eine Landem\u00f6glichkeit f\u00fcr das Kinderkrankenhaus wird deshalb von der Stadt K\u00f6ln gerade erarbeitet.<\/li>\n<li>Somit wird ein \u00dcbergabeort vom Hubschrauber in den Krankenwagen lediglich f\u00fcr die seltenen Verlegungstransporte von Patienten durch Christoph Rheinland gebraucht (1-2 pro Woche). Weil hier jedoch kein Zeitdruck besteht, muss dieser \u00dcbergabeort nicht zentral gelegen sein. Au\u00dferdem lie\u00dfen sich \u00dcbergabeort und Basisstation problemlos entkoppeln. Als \u00dcbergabeort k\u00f6nnte ein einfacher Hubschrauberlandeplatz, durchaus auch im Stadtzentrum, fungieren. Christoph Rheinland hat deshalb keinerlei Bedarf f\u00fcr eine zentral gelegene Basisstation.<\/li>\n<li>Es bleibt als haltbares Argument f\u00fcr eine zentral (zu K\u00f6ln) gelegene Basisstation lediglich die k\u00fcrzeren R\u00fcckflugzeiten von den genannten K\u00f6lner Krankenh\u00e4usern zur Basisstation. Da die Kranken und Verletzten zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits in den Krankenh\u00e4usern abgeliefert sind, ist das lediglich ein finanzielles und kein humanit\u00e4res Argument (eine Flugminute kostet rund 60 Euro). Die t\u00e4gliche, mehrfache und massive Ruhest\u00f6rung von rund 20.000 B\u00fcrgern l\u00e4sst sich damit nicht rechtfertigen.<\/li>\n<li>Das Argument Zentralit\u00e4t scheidet deshalb aus. Die Hubschrauberbasisstation k\u00f6nnte sogar au\u00dferhalb des Stadtgebiets liegen. Aber dann w\u00e4ren es nicht mehr die K\u00f6lner Rettungshubschrauber. Es stellt sich auch die Frage, inwieweit hier Prestigegr\u00fcnde eine Rolle spielen, denn immerhin ist die Luftrettung das Flaggschiff des Rettungswesens, mit dem sich die Stadt und ihre Feuerwehr gerne in der \u00d6ffentlichkeit darstellen. Wom\u00f6glich kommt auch die weithin sichtbare Lage einer Rettungsstation auf dem Kalkberg, an der t\u00e4glich rund 125.000 Autos vorbeifahren, diesem Darstellungsbed\u00fcrfnis entgegen. Originalton Stadt K\u00f6ln: \u201eZur dauerhaften Absicherung der beabsichtigten Investition empfiehlt das Rechnungspr\u00fcfungsamt den Ankauf des Kalkberges. Ein Verzicht auf den Standort Kalkberg k\u00f6nnte zu einer Aufgabe der Kerntr\u00e4gerschaft f\u00fcr die beiden Rettungshubschrauber f\u00fchren.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die geplante Basisstation Kalkberg befreit nicht die Stadt K\u00f6ln bzw. den Tr\u00e4ger der Luftrettung von der Aufgabe, an den f\u00fcr die Schwerstverletztenversorgung ausgestatteten Kliniken Uni, Merheim und Riehl, Helilandepl\u00e4tze vorzuhalten, um die Akutversorgung sicherzustellen. 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