{"id":345,"date":"2012-03-03T19:18:42","date_gmt":"2012-03-03T18:18:42","guid":{"rendered":"http:\/\/wp1115453.wp151.webpack.hosteurope.de\/blogs\/kalkberg\/?page_id=345"},"modified":"2015-11-13T00:18:58","modified_gmt":"2015-11-12T23:18:58","slug":"345-2","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?page_id=345","title":{"rendered":"L\u00e4rm"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Radius: In der von der Stadt K\u00f6ln erstellten Matrix zum Vergleich verschiedener Standorte f\u00fcr die Hubschrauberbasisstation wird der Radius f\u00fcr den Vergleich in Punkto \u201eL\u00e4rm\u201c mit 300 Metern angegeben. Woher kommt dieser erstaunlich enge Radius, wenn die Stadt zugleich Schulen, Krankenh\u00e4user, Kinderg\u00e4rten und Altenheime im Umkreis von 1 km mit L\u00e4rmschutzfenstern auszustatten verpflichtet wird und auch das L\u00e4rmgutachten der Firma ADU Cologne zur Hubschrauberstation einen Radius von 1000 Metern betrachtet? Zuf\u00e4lligerweise liegen die am Fu\u00dfe des Kalkbergs gelegenen n\u00e4chsten Wohnh\u00e4user genau 300 Meter entfernt. Ein Schelm, wer b\u00f6ses dabei denkt? Da sich rund um den Kalkberg jenseits dieser 300-Meter-Linie zu drei Seiten dichte Wohnbebauung befindet, die innerhalb des wohl realistischen 1000 Meter-Radius bereits 25.000 Einwohner beherbergt, blieb denjenigen, die den Kalkberg als Standort auf Biegen und Brechen durchsetzen wollten, wohl nichts anderes \u00fcbrig als diese kleine, aber wichtige Manipulation.<\/li>\n<li>Als der Rat und die anderen politischen Gremien der Stadt 2005 zum ersten mal \u00fcber die Hubschrauberstation am Kalkberg entscheiden sollten, wurde die bereits geplante, aber noch nicht realisierte dichte, neue Wohnbebauung am Fu\u00dfe des Kalkbergs zwischen Bauhaus und K\u00f6ln-Arkaden weder eingezeichnet noch erw\u00e4hnt und stattdessen das ehemalige CFK-Gel\u00e4nde am Fu\u00dfe des Kalkbergs in seinem alten Status als Industrie- und Gewerbegebiet betrachtet. Eine Neuberwertung der Situation hat auch sp\u00e4ter, nach der Realisierung der Wohnbebauung, nie stattgefunden.<\/li>\n<li>L\u00e4rmkartierung der Stadt K\u00f6ln: In der L\u00e4rmkartierung der Stadt K\u00f6ln sind die Stadtteile Kalk und Buchforst bereits heute die durch Stadtautobahn, Gleisg\u00fcrtel und Flughafeneinflugschneise am st\u00e4rksten verl\u00e4rmten Teile der Stadt. Von den Verantwortlichen Politikern wurde dies teilweise zum Vorteil f\u00fcr die Hubschrauberstation umgedeutet. So Stadtdirektor Guido Kahlen w\u00f6rtlich vor laufenden Kameras: \u201eDer Hubschrauberl\u00e4rm l\u00e4sst sich im Umgebungsl\u00e4rm darstellen\u201c. Wenn man das in Normaldeutsch \u00fcbersetzt, bedeutet das nichts anderes als: Hier ist es doch sowieso schon so laut, da spielt das auch keine Rolle mehr. Darin zeigt sich einmal mehr ein f\u00fcr einen Stadtdirektor absolut unzureichendes Verst\u00e4ndnis seiner F\u00fcrsorgepflicht f\u00fcr die B\u00fcrger. Im Grunde genommen m\u00fcsste jemand nach so einem Satz sofort zur\u00fccktreten!<\/li>\n<li>L\u00e4rmgutachten: Das L\u00e4rmgutachten der Firma ADU Cologne (Link) vom Februar 2005 kommt zu dem Ergebnis, dass die durch die Hubschrauber verursachten L\u00e4rmemissionen f\u00fcr die Anwohner zumutbar seien. Wer einmal unter einem Hubschrauber gestanden hat, wird sich verwundert die Augen reiben. Verst\u00e4ndlich wird das Ergebnis des Gutachtens nur, wenn man bedenkt, dass bei L\u00e4rmgutachten alle Emissionen \u00fcber 12 (bei reinem Tagbetrieb) bzw. \u00fcber 24 Stunden (bei Tag- und Nachtbetrieb) ausgemittelt werden. Ein Hubschrauber ist keine st\u00e4ndige L\u00e4rmquelle wie eine Autobahn. Wer einmal unter einem Hubschrauber gestanden hat, wei\u00df, dass das nicht nur ein sehr lauter, sondern auch ein sehr unangenehmer und bedrohlicher L\u00e4rm ist. Den 10 bis 15 mal t\u00e4glich zu ertragen ist eine schwere Beeintr\u00e4chtigung. Wenn ich das \u00fcber 12 Stunden \u201emittle\u201c, bleibt von dieser schweren Beeintr\u00e4chtigung statistisch nat\u00fcrlich nur wenig \u00fcbrig. Aber was sind das f\u00fcr absurde Statistiken? Und warum bekommen, wenn das angeblich so harmlos ist, Schulen, Krankenh\u00e4user, Altersheime, Kitas etc. im Umkreis von 1000 Metern L\u00e4rmschutzfenster?<\/li>\n<li>Manipulative Grafiken: In der Grafik der Stadt K\u00f6ln zur Ausbreitung des Hubschrauberl\u00e4rms in der Umgebung des Kalkbergs wird nicht nur die L\u00e4rmausbreitung schematisch v\u00f6llig falsch dargestellt (L\u00e4rm breitet sich nicht Linien- sondern Wellenf\u00f6rmig aus und wird in Blockrandbebauungen und Stra\u00dfen reflektiert) <strong>siehe Anhang Sitzung Gesundheitsausschuss.pdf<\/strong>, sondern auch die Stegerwaldsiedlung im Westen des Kalkbergs wird vollst\u00e4ndig unterschlagen, obwohl diese, durch die Lage des \u201eGel\u00e4ndesattels\u201c (auf dem die Basisstation errichtet werden soll) in Richtung der Stegerwaldsiedlung am st\u00e4rksten vom Betriebsl\u00e4rm der Basisstation betroffen sein wird. Au\u00dferdem f\u00fchrt derjenige Flugkorridor, auf dem \u00fcber die Stegerwaldsiedlung hinweg der Gro\u00dfteil des linksrheinischen Stadtgebiets erreicht werden soll, am direktesten \u00fcber Wohngebiet (die anderen 3 Flugkorridore bedienen sich wenigstens schmaler baufreier Streifen entlang von Auto- und Eisenbahnen). Dass ausgerechnet die Stegerwaldsiedlung bei der Diskussion des Standortes kaum bis gar nicht einbezogen wurde, ist angesichts dieser Daten v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, passt aber andererseits ins Bild.<\/li>\n<li>Aus der Begr\u00fcndung zur \u00c4nderung des Bebauungsplans ehemaliges Madaus-Gel\u00e4nde in K\u00f6ln-Merheim: \u201eDie \u00fcblichen Ma\u00dfnahmen des aktiven Schallschutzes, wie zum Beispiel eine Schallschutzwand oder ein Schallschutzwall, sind bei Hubschrauberl\u00e4rm nicht m\u00f6glich. Der L\u00e4rm entsteht \u00fcber dem Plangebiet.\u201c Danke f\u00fcr diese klare Feststellung. Warum gilt das in Merheim, aber nicht in Kalk und Umgebung?<\/li>\n<li>Nachtfl\u00fcge: Die Bev\u00f6lkerung wird beschwichtigt, dass Nachtfl\u00fcge \u201enicht geplant\u201c seien. Zugleich werden aber 600.000 Euro in eine Befeuerungsanlage investiert, obwohl f\u00fcr gelegentliche Landungen nach Einbruch der Dunkelheit auch eine einfache Signalanlage reichen w\u00fcrde. Auch der Inhalt des luftrechtlichen Eignungsgutachtens wirkt wenig beruhigend. S\u00e4tze wie\u00a0 \u201eBetriebseinschr\u00e4nkungen (z.B. Startverbote zu bestimmten Zeiten) sind bei der Widmung des Flugbetriebs nicht vorstellbar\u201c, sollen zwar zun\u00e4chst nur Ausnahmen f\u00fcr versp\u00e4tete Heimkehr bei lebensbedrohlicher Situation erm\u00f6glichen, halten aber zugleich die Hintert\u00fcr f\u00fcr einen regelm\u00e4\u00dfigen Tag- und Nachtbetrieb offen. Nachrichten, nach denen der ADAC seine Hubschrauberpiloten neuerdings verst\u00e4rkt in Nachtfl\u00fcgen ausbildet, best\u00e4rken diesen Verdacht ebenso wie die l\u00e4cherliche Verlautbarung von Seiten der Stadt, dass die Hubschrauber nachts angeblich gar nicht fliegen k\u00f6nnten.<\/li>\n<li>Technik: Schwammige Versprechen auch hier. F\u00fcr Christoph Rheinland \u201esoll ein leiseres Modell zum Einsatz kommen\u201c. Belastbare Zusagen klingen anders.<\/li>\n<li>Ausgleichsma\u00dfnahmen: Die Stadt verspricht den Buchforster B\u00fcrgern Fl\u00fcsterasphalt auf der Stadtautobahn, eine Verkehrsberuhigung von Teilen der Waldecker Stra\u00dfe sowie die Neugestaltung der Buchforster Bahnunterf\u00fchrungen. Obwohl die Stegerwaldsiedlung wesentlich st\u00e4rker vom L\u00e4rm betroffen sein wird als Buchforst, bekommt sie nichts (weil sich hier niemand gewehrt hat?). Die Kalker gehen genauso leer aus. Die Verkehrsberuhigung von Teilen der Waldecker Stra\u00dfe ist im Wesentlichen eine st\u00e4dtebauliche und keine L\u00e4rmschutzma\u00dfnahme und die Neugestaltung der Bahnunterf\u00fchrungen hat gar nichts mehr mit L\u00e4rmschutz zu tun. Letztere stammt aus dem Ideenkatalog der \u201eRechtsrheinischen Perspektiven\u201c und wurde dort als dringende st\u00e4dtebauliche Ma\u00dfnahme empfohlen. Den Buchforstern solche Ma\u00dfnahmen jetzt als \u201eAusgleich\u201c f\u00fcr L\u00e4rm aus der Luft zu verkaufen, ist eine Frechheit. Das gleiche gilt f\u00fcr den Fl\u00fcsterasphalt auf der Stadtautobahn. Auch der ist seit langem im Gespr\u00e4ch und seine Notwendigkeit unabh\u00e4ngig von der Hubschrauberstation l\u00e4ngst erkannt. Den Buchforstern mit solchen ohnehin l\u00e4ngst f\u00e4lligen L\u00e4rmschutzma\u00dfnahmen nun eine Hubschrauberstation verkaufen zu wollen, die in der Gesamtbilanz nicht weniger, sondern mehr L\u00e4rm bringen wird, ist eine Frechheit und sollte Herrn Kahlen und Kollegen die Schamesr\u00f6te ins Gesicht treiben. Im \u00dcbrigen schreibt die Stadt K\u00f6ln selber in ihrer Stellungnahme zu einer Anfrage der Linken in der Bezirksvertretung Kalk vom 8.12.2011: <em>\u201eDie m\u00f6gliche oder geplante Umsetzung der Ma\u00dfnahmen \u201eFl\u00fcsterasphalt auf der B55a\u201c, \u201eUmgestaltung der Waldecker Stra\u00dfe\u201c und \u201eAttraktivierung der Bahnunterf\u00fchrungen\u201c ist unabh\u00e4ngig von der Realisierung der Rettungshubschrauberstation auf dem Kalkberg zu sehen.<\/em>\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Seite &#8222;rth.info&#8220; f\u00fchrt selbst ein <a title=\"40 Jahre Zivilschutzhubschrauber \u2013 \u201eChristoph 3\u201c, K\u00f6ln\" href=\"http:\/\/www.rth.info\/rep\/rep.php?id=265\" target=\"_blank\">Beispiel der L\u00e4rmauswirkungen<\/a>\u00a0(Stand 03.03.2012) durch einen benachbarten Hubschrauber an. Zitat:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Im September 1972 verlegte man \u201eChristoph 3\u201c nach K\u00f6ln-Weidenpesch zum dortigen Heilig-Geist-Krankenhaus. Kaum dort angekommen, fingen die Anwohner \u00fcber L\u00e4rmbel\u00e4stigung \u2013 sich zuerst zu beklagen &#8211; und dann zu klagen. Ein Rechtsstreit folgte, der sich \u00fcber mehrere Jahre hinzog. Nach sieben Jahren wechselte man den Standort und fand f\u00fcr den Tagbetrieb Unterschlupf auf dem Flugfeld der belgischen Heeresflieger in Butzweilerhof. &#8222;<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;[&#8230;]so entschied man sich am 22.05.1980 f\u00fcr eine neue Standortverlegung nach K\u00f6ln-Mehrheim. Drei Jahre sollten aber noch ins Land gehen, bis der Umzug dann auch vollzogen wurde. Am hiesigen Krankenhaus der Stadt K\u00f6ln entstand ein Hangarneubau mit Sozialr\u00e4umen, eine schienengebundene Landeplattform sowie eine feste Unterflur-Tankanlage.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Radius: In der von der Stadt K\u00f6ln erstellten Matrix zum Vergleich verschiedener Standorte f\u00fcr die Hubschrauberbasisstation wird der Radius f\u00fcr den Vergleich in Punkto \u201eL\u00e4rm\u201c mit 300 Metern angegeben. 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