{"id":550,"date":"2012-06-19T22:58:06","date_gmt":"2012-06-19T20:58:06","guid":{"rendered":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?page_id=550"},"modified":"2015-11-13T00:23:04","modified_gmt":"2015-11-12T23:23:04","slug":"die-messedacher","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?page_id=550","title":{"rendered":"Die Messed\u00e4cher"},"content":{"rendered":"<p>Wer jemals dort oben war, wei\u00df: Dar\u00fcber kommt nur noch der weite Himmel. Und er wei\u00df auch: Hier oben ist man fast immer alleine. Denn ausgelastet ist die Messe nur an wenigen Tagen im Jahr und die \u00fcbrige Zeit geschieht hier oben: Nichts. Eigentlich mutet das ganze jetzt schon an wie ein riesiger Flughafen in Hochlage<br \/>\nZu den pr\u00e4destinierten Standorten f\u00fcr eine Hubschrauberbasisstation nach dem neuen Konzept f\u00fcr die K\u00f6lner Luftrettung geh\u00f6ren die Parkd\u00e4cher der K\u00f6lner Messe, deren immense Parkfl\u00e4chen \u00fcber 90 Prozent des Jahres nur teilweise oder gar nicht genutzt sind. Sie liegen noch zentraler als der Kalkberg, sind \u00fcber eigene Auf- und Abfahrtsrampen an die Stadtautobahn ebenso wie an das Stadtstra\u00dfennetz verkehrlich besser angebunden als dieser, bieten einen gef\u00e4llefreien und zugleich ebenfalls erh\u00f6hten Standort und grenzen in einem <strong>Radius von 600 Metern an keinerlei Wohnbebauung<\/strong>. Eine Anfrage durch die Stadt K\u00f6ln, die sich offenbar nicht auf die eigentlichen Parkdecks, sondern lediglich auf den bereits vorhandenen Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Kongresszentrums bezog, lehnte die Messe im Dezember 2011 mit einem nicht einmal halbseitigen Schreiben ab. Als Argument nennt sie Statik, Platzmangel sowie fehlende Genehmigung f\u00fcr regelm\u00e4\u00dfigen Betrieb. Statik und Platzmangel m\u00f6gen f\u00fcr das Dach des Kongresszentrums, das nie mit Fahrzeugen befahrbar war, durchaus gelten, nicht aber f\u00fcr die 13 Hektar Messed\u00e4cher, die als Parkdecks von tonnenschweren LKWs befahren werden und auf denen bereits heute niedrige Aufbauten f\u00fcr Geb\u00e4udetechnik und Zug\u00e4nge stehen. Und dass f\u00fcr eine Basisstation keine Betriebsgenehmigung in der Schublade liegt, wenn man hier bisher nur einen Landeplatz hatte, ist genauso selbstverst\u00e4ndlich wie die Tatsache, dass man eine solche Genehmigung f\u00fcr jeden neuen Standort ebenso beantragen muss, wie das f\u00fcr den Kalkberg geschehen ist. Dem Schreiben der Messe liegen im \u00dcbrigen keinerlei statische Gutachten oder andere Unterlagen bei. Die \u201ePr\u00fcfung\u201c dieses Standorts durch die Stadt K\u00f6ln beschr\u00e4nkte sich auf eine Anfrage nach der am wenigsten geeigneten der in Frage kommenden Fl\u00e4chen und begn\u00fcgte sich mit einem telegrammartigen Ablehnungsschreiben. Als die BI Kalkberg den gesundheitspolitischen Sprecher der Gr\u00fcnen im Rat, Stefan Peil, am 29. Februar 2012 darauf ansprach, sagte er zu, angeblich vorhandene genauere Unterlagen der Messe nachzureichen. Auf eine Erinnerungsmail der BI antwortete er dann: \u201eDie Anfrage wegen der Messe ist raus. Dabei hat sich heraus gestellt, dass die Situation noch mal untersucht werden soll, weil die letzte Pr\u00fcfung nun schon l\u00e4nger her ist.\u201c<\/p>\n<p>Auf die Antwortmail der BI vom 6. M\u00e4rz, in der an die zugesagte Einsicht auch in die angeblich vorhandenen \u00e4lteren Unterlagen erinnert wird, hat die BI bis heute keine Antwort erhalten. Ein Schelm, wer b\u00f6ses dabei denkt. Und wer soll unter diesen Umst\u00e4nden das (voraussehbare) Resultat der angek\u00fcndigten \u201eneuen Untersuchung\u201c noch ernst nehmen? Der Eindruck, dass das Absageschreiben der Messe entweder \u201ebestellt\u201c war oder zumindest mit Erleichterung aufgenommen wurde, da der Kalkberg als Standort f\u00fcr die Basisstation nie ernsthaft in Frage gestellt werden sollte, dr\u00e4ngt sich auf. Wir erwarten von der Stadt K\u00f6ln, sich von ihren eigenen direkten oder indirekten Angestellten (denn dazu geh\u00f6rt die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung der K\u00f6lner Messe), nicht mit telegrammartigen Ablehnungsschreiben abspeisen zu lassen, sondern ein statisches Gutachten zu verlangen oder selber erstellen zu lassen, das sich im \u00dcbrigen nicht auf die denkbar ungeeignetsten, sondern auf die naheliegenden und technisch geeigneten Areale der Messe bezieht. Dass die Stadt durchaus in der Lage ist, ihre Interessen bei der Messe durchzusetzen, hat sie beim Verkauf der Messehallen Ost an RTL eindrucksvoll bewiesen. Warum darf die Messe mit ihrer Lobby \u00fcber die Ruhe und das Wohlergehen von 25.000 Menschen entscheiden? Dass die Messe das Anliegen einer Hubschrauberbasisstation nicht freiwillig und mit offenen Armen empfangen w\u00fcrde, konnte man sich denken, nach allem, wie sie sich bisher als st\u00e4dtischer Akteur, z.B. beim Abriss des Barmer Blocks mit 280 Wohnungen oder beim Verweigern des Zugangs zum Rheinpark anl\u00e4sslich der Messe-Norderweiterung, verhalten hat. Dass ein st\u00e4dtisches Unternehmen in zentraler Lage sich dauerhaft und h\u00e4ufig ohne Not jeglicher gesamtst\u00e4dtischer Verantwortung entzieht als l\u00e4ge es irgendwo auf der gr\u00fcnen Wiese, ist unertr\u00e4glich und macht \u201eihre\u201c Messe immer mehr K\u00f6lnern, besonders jenen von der rechten Rheinseite, zu einem feindlichen Areal. Wenn die Messe in dieser zentralen Lage bleiben will, muss sie sich doppelt kodieren lassen und neben ihrer Businessfunktion auch gesamtst\u00e4dtische Interessen ber\u00fccksichtigen! Wenn sie ein autistischer Monolith bleiben m\u00f6chte, geh\u00f6rt sie an den Stadtrand, wie die Messen in Leipzig, Hannover, M\u00fcnchen und andernorts!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer jemals dort oben war, wei\u00df: Dar\u00fcber kommt nur noch der weite Himmel. Und er wei\u00df auch: Hier oben ist man fast immer alleine. 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