{"id":1169,"date":"2015-08-26T23:00:28","date_gmt":"2015-08-26T21:00:28","guid":{"rendered":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?p=1169"},"modified":"2015-11-13T00:34:34","modified_gmt":"2015-11-12T23:34:34","slug":"desaster-auf-dem-kalkberg-chronik-der-ignoranz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?p=1169","title":{"rendered":"Desaster auf dem Kalkberg &#8211; Chronik der Ignoranz"},"content":{"rendered":"<p><em>Hubschrauberstation am Kalkberg senkt sich weiter<\/em>\u00a0(KStA vom 16.6.)<br \/>\n<em>Landeplatzfundament sackt ab<\/em>\u00a0(KR vom 22.6.)<br \/>\n<em>Hangar ist abgesackt<\/em>\u00a0(Wochenspiegel vom 4.8.)<br \/>\n<em>Kalkberg: K\u00f6ln hat sein n\u00e4chstes Baudebakel<\/em>\u00a0(Express vom 7.8.)<br \/>\n<em>Hangar f\u00fcr Rettungshelikopter in Kalk sackt weiter ab<\/em>\u00a0(KStA vom 7.8.)<br \/>\n<em>Der Kalkberg sackt ab &#8211; wer ist schuld?<\/em>\u00a0(Express vom 9.8.)<br \/>\n<em>Wieder ein K\u00f6lner Baudesaster\u00a0<\/em>(<a href=\"http:\/\/wdr.de\/studio\/koeln\/themadestages\" target=\"_blank\">wdr.de\/studio\/koeln\/<wbr>themadestages<\/wbr><\/a>\u00a0vom 10.8.)<br \/>\n<em>Dem Hubschrauberlandelatz sackt der Boden weg<\/em>\u00a0(KR vom 10.8.)<\/p>\n<p>Liebe K\u00f6lner,<\/p>\n<p>wer die Ereignisse um den Kalkberg seit 2008 verfolgt hat, den d\u00fcrften die neuesten Nachrichten nicht \u00fcberraschen. Sie sind die Konsequenz eines Prozesses, in dem es nie darum ging, die beste L\u00f6sung f\u00fcr die Hubschrauberstation zu finden, sondern in dem sich die Leitung der K\u00f6lner Feuerwehr von Anfang an und in weitgehendem Alleingang auf einen Standort festgelegt hatte, der dann auch gegen stichhaltige und bessere Argumente und nicht zuletzt auch gegen bessere Alternativen durchgesetzt werden musste.<\/p>\n<p>Mittlerweile deutet alles darauf hin, dass beim Planungsverfahren auch Warnungen zur Statik \u00fcbergangen wurden, nach dem Motto: &#8222;Wird schon gut gehen&#8220; &#8211; der Standort durfte niemals in Frage gestellt werden. Die offenbare Unzul\u00e4nglichkeit des Kalkbergs als Baugrund reiht sich ein in eine Kette von Unzul\u00e4nglichkeiten, die der Standort von Anfang an aufwies und die mit der gleichen aggressiven Ignoranz \u00fcbergangen wurden, allen voran die Altlasten und die f\u00fcr eine regionale Flugrettung v\u00f6llig unn\u00f6tige Niederlassung im dichtesten \u00fcberhaupt denkbaren Siedlungsraum und der damit verbundenen L\u00e4rmbel\u00e4stigung von 26.000 Einwohnern im Umkreis von 1000 Metern, wo an anderen Stellen lediglich wenige Hunderte oder sogar n\u00edemand betroffen gewesen w\u00e4re. Mit Spannung erwarten wir neue Hiobsbotschaften, wie z.B. die m\u00f6gliche Korrosion des Stahlbetons durch die massiv im Kalkberg enthaltenen Salze.<\/p>\n<p>Dass der Kalkberg von Anfang an als Standort f\u00fcr die Hubschrauberstation fest stand (der in der Folge mit allen Mitteln durchgesetzt werden musste, auch gegen den Rat des Rechnungspr\u00fcfungsamtes &#8222;wegen nicht absehbarer Risiken&#8220;) und eben nicht das Ergebnis einer sorgf\u00e4ltigen, vergleichenden Standortpr\u00fcfung war, zeigt auch das Erstellungsdatum der sogenannten &#8222;Matrix&#8220;, also der Vergleichsstudie, auf die sich immer wieder berufen wurde. Diese wurde dem Rat zum ersten Mal im Juli 2005 vorgelegt. Zu diesem Zeitpunkt war aber l\u00e4ngst, n\u00e4mlich bereits im Laufe des Jahres 2004, ein teures luftrechtliches Gutachten f\u00fcr den Kalkberg in Auftrag gegeben und erstellt worden. Die Matrix war stets das Feigenblatt, hinter dem sich eine willk\u00fcrlich getroffene Entscheidung geschickt verbarg.<\/p>\n<p>Dass sich die Stadt f\u00fcr das stark belastete Areal statt des in solchen F\u00e4llen \u00fcblichen symbolischen Euros fast eine halbe Million Euro hat abkn\u00f6pfen lassen, weil &#8222;die Forderung eines \u00fcber dem Verkehrswert liegenden Kaufpreises in der Natur der Sache liegt, wenn der K\u00e4ufer aus bestimmten Gr\u00fcnden auf den Erwerb angewiesen ist&#8220; (Zitat aus der Begr\u00fcndung der Staatsanwaltschaft zur Einstellung der Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue) passt ebenfalls in die Reihe von Indizien daf\u00fcr, dass hier etwas gegen alle guten Gr\u00fcnde, namentlich gegen den gesunden Menschenverstand, die F\u00fcrsorgepflicht gegen\u00fcber den B\u00fcrgern sowie gegen haushalterische Grunds\u00e4tze realisiert wurde und nur so realistiert werden konnte.<\/p>\n<p>Dabei zeichnete sich schon fr\u00fch ab, dass hier eine weitgehend der politischen Kontrolle entzogene Feuerwehrleitung die Stadtverwaltung und die Lokalpolitik instrumentalisiert hat, um sich, an weithin sichtbarer Stelle im Herzen der Stadt, mit ihrer K\u00f6nigsdisziplin, der Luftrettung, ein Denkmal zu setzen.<\/p>\n<p>Noch kaum beleuchtet ist die Rolle der ehemaligen Grundst\u00fcckseigent\u00fcmerin GSE, die ohne die Hubschrauberstation auf ewig auf dem Kalkberg sitzen geblieben w\u00e4re, mit allen Folgekosten der Sicherung, des Grundwassermonitorings etc. Mit dem Verkauf des Kalkbergs an die Stadt war sie diese Sorge los (und hat \u00fcberdies noch mehr als 400.000 Euro eingestrichen).<\/p>\n<p>Di BI Kalkberg hat seit Jahresbeginn &#8222;still gehalten&#8220;, weil sie mit der Feuerwehr und der Stadt K\u00f6ln in Verhandlungen \u00fcber die Details der Aussichtsplattform auf dem Kalkberg stand. Grunds\u00e4tzlich freuen wir uns nat\u00fcrlich dar\u00fcber, dass der Kalkberg nun auch weiterhin, zumindest teilweise, der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich sein wird und besonders freuen wir uns dar\u00fcber, dass nicht nur der Kalkberg selber, sondern auch seine direkte Umgebung in ihrem freir\u00e4umlichen Potential erkannt wurde und in einem zweiten Schritt der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht werden soll. Die konkreten Verhandlungen \u00fcber die Ausgestaltung der Aussichtsebene erwiesen sich jedoch als \u00e4u\u00dferst schwierig und wurden zwischenzeitig sogar zur Farce, als die BI-Vertreter bei zwei als ergebnisoffen vereinbarten Ortsbesichtigungen von der Feuerwehrleitung und dem von ihr beauftragten Landschaftsplanungsb\u00fcro mit angeblich nicht mehr \u00e4nderbaren Pl\u00e4nen und einmal sogar mit einem fertigen Bauwerk konfrontiert wurden, dessen R\u00fcckbau erst nach allersch\u00e4rfsten Protesten zugesagt wurde, weil es schlicht und ergreifend den Absprachen widersprach. Dass auch diese Zusage nun wieder zur\u00fcck genommen wurde, spricht B\u00e4nde und l\u00e4sst tief blicken. Dass dabei Kostengr\u00fcnde geltend gemacht werden, ist angesichts des selbstverschuldeten R\u00fcckbaus und seiner Kosten von wenigen tausend Euro und der andererseits f\u00fcr die Hubschrauberstation bereits vor Monaten geltend Mehrkosten von 2,5 Millionen Euro (wohlgemerkt: da waren die Bausch\u00e4den noch nicht einmal bekannt), nur ein weiterer Affront.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns von der BI Kalkberg sind das alles Indizien daf\u00fcr, dass die quasi milit\u00e4rische Struktur der Feuerwehr in einer b\u00fcrgerlich und demokratisch verfassten Stadtgesellschaft nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df ist. Dass man uns nicht falsch versteht: F\u00fcr die interne Befehlskette im Einsatzfall ist diese Struktur notwendig &#8211; im Notfall ist keine Zeit zum Diskutieren. Wenn es aber z.B. darum geht, den Standort f\u00fcr einen Hubschrauberflugplatz auszuw\u00e4hlen, kann es nicht sein, dass weder die Stadtgesellschaft noch ihre demokratischen Vertreter de facto keine Mitsprache bekommen und ihnen nur das Abnicken der von der Feuerwehrleitung im Alleingang getroffenen Entscheidung bleibt.<\/p>\n<p>Zu Fragen ist aber auch nach der Rolle von Politik und Verwaltung, die sich mehrheitlich instrumentalisieren lie\u00dfen, kritische Aspekte und Alternativen unterschlugen oder kleinredeten, willf\u00e4hrige Stellungnahmen verfassten und diese nur allzu bereitwillig als Entscheidungsgrundlage akzeptierten.<\/p>\n<p>In diesem Sinne fordern wir, die Vorg\u00e4nge, die zur offensichtlich absurden Standortwahl Kalkberg beigetragen haben, aufs gr\u00fcndlichste und schonungslos zu pr\u00fcfen und ggf. Konsequenzen zu ziehen. Angesichts des Fasses ohne Boden, den die Hubschrauberstation nun nicht nur w\u00f6rtlich, sondern auch finanziell darstellt, muss dabei auch die M\u00f6glichkeit einer Standortverlagerung in Betracht gezogen werden. Alternative Standorte gibt es zur Gen\u00fcge, zuletzt hatte sich als zeitnah und kosteng\u00fcnstig realisierbare M\u00f6glichkeit der Sportflugplatz Kurtekotten an der Stadtgrenze zu Leverkusen ins Gespr\u00e4ch gebracht.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus wollen wir mit der Nutzung des Kalkbergs durch die K\u00f6lner B\u00fcrger nicht warten, bis eines fernen Tages ein Gutachten die Schuldfrage f\u00fcr das Absacken der Hubschrauberstation gekl\u00e4rt hat und die Baustelle fortschreiten kann &#8211; oder auch nicht. Die Aussichtsplattform ist, wenn auch im Detail noch nicht vollendet, bereits jetzt begeh- und benutzbar. Wir fordern die Stadt K\u00f6ln deshalb auf, den ohnehin fast vollendeten Zaun der Hubschrauberstation zumindest provisorisch zu schlie\u00dfen und die benachbarte Aussichtsplattform freizugeben, so wie es bereits f\u00fcr Juli dieses Jahres in Aussicht gestellt war.<\/p>\n<p>Bereits jetzt freuen wir uns auf Nutzungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr die unvollendete Hubschrauberstation, f\u00fcr den Fall dass diese nicht zuende gebaut und in Betrieb genommen werden kann. Denkbar w\u00e4ren z.B. ein Biergarten, ein Open-Air-Kino mit \u00fcberdachter Trib\u00fcne, eine Tanzfl\u00e4che &#8230;.. der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.<\/p>\n<p>Mit den besten Gr\u00fc\u00dfen,<\/p>\n<p>f\u00fcr die BI Kalkberg,<\/p>\n<p>Boris Sieverts<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hubschrauberstation am Kalkberg senkt sich weiter\u00a0(KStA vom 16.6.) Landeplatzfundament sackt ab\u00a0(KR vom 22.6.) Hangar ist abgesackt\u00a0(Wochenspiegel vom 4.8.) Kalkberg: K\u00f6ln hat sein n\u00e4chstes Baudebakel\u00a0(Express vom 7.8.) Hangar f\u00fcr Rettungshelikopter in Kalk sackt weiter ab\u00a0(KStA vom 7.8.) Der Kalkberg sackt ab<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1169"}],"collection":[{"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1169"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1169\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1170,"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1169\/revisions\/1170"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1169"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1169"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1169"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}