{"id":1172,"date":"2015-12-08T23:10:15","date_gmt":"2015-12-08T22:10:15","guid":{"rendered":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?p=1172"},"modified":"2015-12-08T23:10:15","modified_gmt":"2015-12-08T22:10:15","slug":"kalkberg-dramatische-tage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?p=1172","title":{"rendered":"Kalkberg &#8211; dramatische Tage"},"content":{"rendered":"<p>Liebe K\u00f6lner, liebe Politiker, liebe Presse,<\/p>\n<p>nachdem gestern der Bauausschuss die Feuerwehr und den Stadtdirektor mit kritischen Fragen zum Kalkberg gel\u00f6chert hat, tagt heute der Gesundheitsausschuss in gleicher Sache. Es sind entscheidende Tage, in denen die Weichen gestellt werden, ob der Wahnsinn dieser Baustelle weiterverfolgt oder die Rei\u00dfleine gezogen wird. Aber eins nach dem anderen:<\/p>\n<p>Im der gestrigen Sitzung des Bauausschusses bem\u00fchten sich der Stadtdirektor und die Feuerwehr, die Ausschussmitglieder von der Dringlichkeit eines Abtrags der Haldenkuppe zu \u00fcberzeugen. Ihr Argument: &#8222;Gefahr im Verzug&#8220;. Als sie merkten, dass die Ausschussmitglieder skeptisch waren und nicht bereit, diesen 1,5 Mio Euro teuren Schritt ohne weiteres durchzuwinken, packten sie die Keule aus: Wenn die Kuppe nicht sofort abgetragen w\u00fcrde, drohe auf der Deponie ein Grundbruch. Eigenartigerweise ist im 2. Zwischenbericht des Gutachters, um den es bei der Sitzung ging, von der Gefahr eines Grundbruchs nicht die Rede. Ganz im Gegenteil wird hier die Gefahr einer akkuten und unmittelbar bevorstehenden Gef\u00e4hrdung der Halde explizit ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Auf Seite 4 des Zwischenbereichts hei\u00dft es unter Punkt <b>B.2. Standsicherheit der Halde<\/b>:<br \/>\n<i>Bez\u00fcglich der derzeitigen Standsicherheit der Halde hatten wir bereits vorgetragen, dass es ggf. zu vereinzelten, \u00f6rtlich begrenzten Austritten des Kalkmaterials aus den B\u00f6schungen kommen k\u00f6nnte, die bei Erdbebeneienwirkungen durchaus die Gr\u00f6\u00dfenordnung von einigen Metern haben k\u00f6nnten. Wir gehen aber derzeit &#8211; bei ordnungsgem\u00e4\u00df eingebauten B\u00f6schungen &#8211; keinesfalls von einem gro\u00dffl\u00e4chigen Abrutschen ganzer B\u00f6schungen aus. Eine Gef\u00e4hrdung der Nachbarschaft sehen wir demzufolge nicht als gegeben.<br \/>\n<\/i><br \/>\nDass f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der Halde in erster Linie eine Korrektur der B\u00f6schungen und nicht der Abtrag der Haldenkuppe wichtig ist, geht auch aus weiteren Passagen des Gutachtens hervor (das Dokument befindet sich im Anhang dieser mail). <i><\/p>\n<p><\/i>Warum also diese spontane Dramatisierung der Gefahr f\u00fcr die Halde? Der Stadtdirektor und die Herren von der Feuerwehr sp\u00fcrten, dass sie mit ihrem Antrag auf schnelle Beseitigung der Kuppe unter dem pauschalen Vorwand der &#8222;Gefahr im Verzug&#8220; nicht so einfach durchkommen w\u00fcrden. Stattdessen wurden sie von den Ausschussmitgliedern mit Fragen gel\u00f6chert und einige \u00e4u\u00dferten auch ihre grunds\u00e4tzliche Skepsis gegen\u00fcber dem ganzen Projekt. Also zauberten der Stadtdirektor und der von der Feuerwehr bestellte Gutachter auf einmal die Gefahr des Grundbruchs aus dem Hut, wohl wissend, dass dann in K\u00f6ln, nach dem Einsturz des Stadtarchivs, alle Alarmglocken l\u00e4uten. Die eigentliche Absicht dahinter ist jedoch die Einleitung der Sanierungsma\u00dfnahmen f\u00fcr die Hubschrauberstation und damit die Schaffung von Fakten, hinter die es kein Zur\u00fcck geben soll.<\/p>\n<p>Es wird immer deutlicher: Hier haben sich einige Herrschaften in ein Projekt verrannt, von dem sie meinen, es mit allen Mitteln und Tricks durchsetzen oder mit ihm untergehen zu m\u00fcssen. Dazu passt die strikte Weigerung des Stadtdirektors, Alternativen zum Kalkberg vorzulegen ebenso wie seine haarstr\u00e4ubende Einsch\u00e4tzung, dass sogar mit dem Wissen von heute der Kalkberg bei der Erstellung der sogenannten Matrix in 2005 besser als alle anderen 42 (angeblich) gepr\u00fcften Standorte abgeschnitten h\u00e4tte (Herr Kahlen: Danke f\u00fcr diese deutlichen Worte bez\u00fcglich der Glaubw\u00fcrdigkeit der Matrix!).<\/p>\n<p>Angesichts der Tatsache, dass die Stadt am Kalkberg nun wohl auf den Sanierungskosten f\u00fcr den Hangar sitzen bleiben w\u00fcrde (falls sie diesen Weg einschl\u00fcge), da sie die Haldenkuppe ohne R\u00fccksprache mit dem Bodengutachter aufsch\u00fctten lie\u00df (siehe Kommentar der K\u00f6lnischen Rundschau im Pressespiegel), wird die Suche nach Alternativen umso dringlicher.\u00a0 Wenn Herr Kahlen von 6 &#8211; 7 Mio. Euro Sanierungskosten spricht, darf davon ausgegangen werden, dass es am Ende 7 &#8211; 10 Mio. Euro werden. F\u00fcr das Geld h\u00e4ttte man bei den alternativen Standorten &#8222;freie Auswahl&#8220;. Die entsprechende Ert\u00fcchtigung des Sportflugplatzes Kurtekotten z.B. w\u00fcrde lediglich 5,5 Mio Euro kosten (siehe Angebot des Luftsportclub Leverkusen im Anhang). Die \u00fcblichen Kostenfallen m\u00f6gen auch bei diesen Standorten existieren, nicht aber die zahlreichen, von der Statik \u00fcber die Umweltproblematik bis zu korrosiven Salzen im Boden reichenden Unw\u00e4gbarkeiten des Kalkbergs.<\/p>\n<p>Wenn der Standort Kalkberg aufgegeben w\u00fcrde, k\u00f6nnte die Haldensicherung zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt in Ruhe angegangen werden. Dann w\u00fcrde man allerdings wohl kaum die gesamten verseuchten Erdmassen mit 2500 (!) LKW-Ladungen vom Berg abfahren, aufwendig zwischenlagern und anschlie\u00dfend andernorts verbauen, sondern zumindest das Gros auf der gesamten oberen Ebene des Berges, incklusive der Fl\u00e4che der Hubschrauberstation, verteilen, wodurch die Punktlast genommen und die B\u00f6schungswinkel unproblematisch w\u00fcrden. Auf diese Weise lie\u00dfen sich auch bei der in jedem Falle notwendigen Haldensanierung hohe Betr\u00e4ge sparen.<\/p>\n<p>Erlauben Sie uns zuletzt noch einen Hinweis in eigener Sache: Wir wissen, beinahe t\u00e4glich mails in der gleichen Angelegenheit zu bekommen, ist nicht lustig. Aber dies sind dramatische Tage f\u00fcr K\u00f6ln &#8211; nicht nur f\u00fcr Kalk und Buchforst. Denn an der Hubschrauberstation entscheidet sich, ob wir es uns weiterhin gefallen lassen wollen, dass manche Institutionen (wie seinerzeit die KVB beim U-Bahn-Bau und eben jetzt die Feuerwehr) quasi autonom und unkontrolliert Gro\u00dfprojekte steuern und gegen die Wand fahren oder ob wir unsere Verantwortung, ihnen auf die Finger zu schauen, wahrnehmen. H\u00e4ufig sind es B\u00fcrgerinitiativen, die dies f\u00fcr die Stadtgesellschaft tun und fr\u00fch vor Fehlentwicklungen warnen. Da sie sich dabei meistens auf ein Thema konzentrieren, k\u00f6nnen sie dort genauer hinsehen als die politischen Gremien, die sich mit einer kaum \u00fcberschaubaren Vielzahl von Themen besch\u00e4ftigen m\u00fcssen. Gestehen Sie ihren engagierten B\u00fcrgern zu, gelegentlich auch zu nerven.<\/p>\n<p>Mit den besten Gr\u00fc\u00dfen,<\/p>\n<p>f\u00fcr die BI Kalkberg<\/p>\n<p>Boris Sieverts<br \/>\nSchleiermacherstr. 8<br \/>\n51063 K\u00f6ln<br \/>\nTel. 01714160572<\/p>\n<p>Hier der aktuelle Pressespiegel:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rundschau-online.de\/koeln\/kommentar-zum-kalkberg-regress-ade,15185496,32722196.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.rundschau-online.<wbr \/>de\/koeln\/kommentar-zum-<wbr \/>kalkberg-regress-ade,15185496,<wbr \/>32722196.html<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.rundschau-online.de\/koeln\/hubschrauberstation-in-koeln-rettung-des-kalkbergs-kostet-bis-zu-sieben-millionen-euro,15185496,32722388.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.rundschau-online.<wbr \/>de\/koeln\/hubschrauberstation-<wbr \/>in-koeln-rettung-des-<wbr \/>kalkbergs-kostet-bis-zu-<wbr \/>sieben-millionen-euro,<wbr \/>15185496,32722388.html<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.express.de\/koeln\/koelner-kalkberg-7-millionen-euro-zur-rettung-der-heli-station-23218254\" target=\"_blank\">http:\/\/www.express.de\/koeln\/<wbr \/>koelner-kalkberg-7-millionen-<wbr \/>euro-zur-rettung-der-heli-<wbr \/>station-23218254<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ksta.de\/kalk\/sote-kalk-sanierung-der-rettungsstation-auf-dem,15187508,32721122.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.ksta.de\/kalk\/sote-<wbr \/>kalk-sanierung-der-<wbr \/>rettungsstation-auf-dem,<wbr \/>15187508,32721122.html<\/a><\/p>\n<p>Anhang:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/01_zweiter-Zwischenbericht-B\u00fcro-Gr\u00fcn.pdf\">01_zweiter Zwischenbericht B\u00fcro Gr\u00fcn<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/02_Angebot_Luftsportclub_Leverkusen.pdf\">02_Angebot_Luftsportclub_Leverkusen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe K\u00f6lner, liebe Politiker, liebe Presse, nachdem gestern der Bauausschuss die Feuerwehr und den Stadtdirektor mit kritischen Fragen zum Kalkberg gel\u00f6chert hat, tagt heute der Gesundheitsausschuss in gleicher Sache. 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