{"id":903,"date":"2011-12-16T21:08:13","date_gmt":"2011-12-16T20:08:13","guid":{"rendered":"http:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?p=903"},"modified":"2013-01-10T21:23:51","modified_gmt":"2013-01-10T20:23:51","slug":"offener-brief-zur-geplanten-hubschrauberstation-auf-dem-kalkberg-an-stadtdirektor-guido-kahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kalkberg.kalkpost.de\/?p=903","title":{"rendered":"Offener Brief zur geplanten Hubschrauberstation auf dem Kalkberg an Stadtdirektor Guido Kahlen"},"content":{"rendered":"<p>Als Reaktion auf die B\u00fcrgerinformationsveranstaltun<wbr>g vom 28.11.2011 wendet sich Boris Sieverts in\u00a0einem offenen Brief Stadtdirektor Guido Kahlen.<\/wbr><\/p>\n<p>Nachfolgend ist der Wortlaut des offenen Briefes dargestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p>An Guido Kahlen<br \/>\nStadtdirektor<br \/>\nDezernat I &#8211; Allgemeine Verwaltung, Ordnung und Recht<br \/>\nHistorisches Rathaus<br \/>\nRathaus (Historisches Rathaus)<br \/>\n50667 K\u00f6ln<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">K\u00f6ln, 16.12.2011<\/p>\n<p>Sehr geehrter Herr Kahlen,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<wbr>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0<\/wbr><\/p>\n<p>ich war am 28. November bei der B\u00fcrgerinformationsveranstaltun<wbr>g zur geplanten Hubschrauberstation auf dem Kalkberg anwesend. Ich kenne und sch\u00e4tze den Kalkberg als gro\u00dfartigen Aussichtspunkt \u00fcber das rechtsrheinische K\u00f6ln. Da ich kein Anwohner bin, hatte ich mich bis dahin mit dem L\u00e4rmargument wenig befa\u00dft, sondern war in erster Linie besorgt \u00fcber den Verlust dieses bedeutenden und im weiten Umkreis einmaligen Landschaftselements f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit. Diese Bedenken konnten Sie nicht zerstreuen, als Sie darauf hinwiesen, da\u00df Hubschrauberstation und Aussichtsplattform sich nicht ausschlie\u00dfen w\u00fcrden, zugleich aber deutlich machten, da\u00df eine Aussichtsplattform unter diesen Umst\u00e4nden nur noch auf halber H\u00f6he des Berges plaziert werden k\u00f6nnte. Da der Kalkberg mit seiner bescheidenen H\u00f6he eher einen H\u00fcgel als einen Berg darstellt und der \u00dcberblicksmoment erst auf seinem Gipfel durch die relative H\u00f6he als h\u00f6chster Ort im mittleren Umfeld zustande kommt, ist die Problematik eines gro\u00dfen landschaftlichen Verlustes, mit dem die Hubschrauberstation erkauft werden soll, mit dem Hinweis auf eine Plattform auf halber H\u00f6he &#8211; auf der man dann schon fast auf Augenh\u00f6he mit der Autobahn st\u00fcnde &#8211; nicht aus der Welt geschafft. Sinn macht dieser Hinweis auf Gleichzeitigkeit von Hubschrauberstation und Aussichtspunkt nur, wenn Sie dem Aussichtspunkt den h\u00f6chsten Punkt des H\u00fcgels sichern w\u00fcrden, aber dieser soll, nach Ihren Pl\u00e4nen, eingez\u00e4unt und der Sicherheitszone der Hubschrauberstation zugeschlagen werden.<\/wbr><\/p>\n<p>Was mich aber wirklich entsetzt hat an jenem Abend in Buchheim war die offensichtliche Ignoranz gegen\u00fcber der Buchforster und der Kalker Bev\u00f6lkerung, mit der Sie diesen Standort favorisieren und ihn durchzusetzen gedenken. Man mu\u00df sich den Ablauf der Ereignisse noch einmal deutlich vor Augen f\u00fchren: Sie (als Vertreter der Stadt K\u00f6ln) geben eine funktionierende Hubschrauberstation ohne Not auf (es sei denn man betrachtet den Wunsch eines Wohnungsbauunternehmens, das nebenan bauen m\u00f6chte, als Not), pr\u00fcfen anschlie\u00dfend \u00fcber 20 Standorte anhand einer Punkteliste, die als Ann\u00e4herung bestimmt n\u00fctzlich ist aber nat\u00fcrlich kein stadtplanerisches, b\u00fcrgerschaftliches und technisches Abw\u00e4gen ersetzen kann und beantragen anschlie\u00dfend f\u00fcr den \u201eGewinner\u201c dieser Punkteliste als einzigen Standort eine Genehmigung um sp\u00e4ter, wenn dieser Standort strittig wird, darauf zu verweisen, da\u00df man nun keine andere Wahl mehr habe, da sonst das ganze Genehmigungsverfahren von vorne beginnen m\u00fcsse! Da soll noch jemand an eine Vorbehaltlose Pr\u00fcfung der Standorte glauben?<\/p>\n<p>Auf Ihrer Liste finde ich eine ganze Reihe Standorte, deren bessere Eignung Sie nur mit schwachen Argumenten bestreiten konnten. Da w\u00e4ren allen voran die Messed\u00e4cher, deren immense Parkfl\u00e4chen \u00fcber 90 Prozent des Jahres nur teilweise oder gar nicht genutzt sind. Sie liegen noch zentraler als der Kalkberg, sind \u00fcber eigene Auf- und Abfahrtsrampen zur Stadtautobahn ebenso wie an das Stadtstra\u00dfennetz verkehrlich besser angebunden als dieser, bieten einen gef\u00e4llefreien und zugleich ebenfalls erh\u00f6hten Standort und grenzen in einem Radius von 600m an keinerlei Wohnbebauung. Dass die Messe dieses Anliegen nicht freiwillig und mit offenen Armen empfangen w\u00fcrde, konnte man sich denken, nach allem, wie sie sich bisher als st\u00e4dtischer Akteur verh\u00e4lt. Eine Ablehnung durch die Messe unter so fadenscheinigen Argumenten wie Platzmangel (auf den Messed\u00e4chern stehen 13 Hektar zur Verf\u00fcgung, die Hubschrauberstation braucht nicht mal einen Hektar) und Statik (da kann man ja nur lachen: Auf die Geb\u00e4uded\u00e4cher fahren tonnenschwere LKWs!) kann ja wohl nicht ernsthaft ein KO-Argument sein. Schlie\u00dflich ist die Stadt K\u00f6ln Eigent\u00fcmerin der Messe und k\u00f6nnte hier ihren Einflu\u00df geltend machen. Da\u00df ein st\u00e4dtisches Unternehmen in zentraler Lage sich dauerhaft und h\u00e4ufig ohne Not jeglicher gesamtst\u00e4dtischer Verantwortung entzieht als l\u00e4ge es irgendwo auf der gr\u00fcnen Wiese, ist unertr\u00e4glich und macht \u201eihre\u201c Messe immer mehr K\u00f6lnern, besonders jenen von der rechten Rheinseite, zu einem feindlichen Areal. Wenn die Messe in dieser Lage bleiben will, mu\u00df sie sich doppelt kodieren lassen!<\/p>\n<p>Aber wenn man, so wie Sie Herr Kahlen, offenbar von Anfang an auf einen Standort eingeschossen ist, freut man sich \u00fcber solche Absagen wom\u00f6glich sogar. Das gleiche gilt vermutlich f\u00fcr die Absage vom Flughafen, die zwar einen endg\u00fcltigen Standort ausschlie\u00dft, aber ihnen durchaus Zeit f\u00fcr einen l\u00e4ngeren \u00dcbergang gew\u00e4hren w\u00fcrde &#8211; eine Frist, die Sie auf der Informationsveranstaltung verschwiegen haben.<\/p>\n<p>Aber vielleicht waren Sie auch gar nicht voreingenommen, sondern sind lediglich den Weg des geringsten Widerstands gegangen und vermuteten diesen auf einem M\u00fcllberg inmitten eines sozial schwachen Wohngebiets.<\/p>\n<p>Ob Sie nun sachlich voreingenommen waren oder den Weg des vermeintlich geringsten Widerstands w\u00e4hlten: Ihre Argumente auf der Informationsveranstaltung gegen einige alternative Standorte zum Kalkberg konnten nicht \u00fcberzeugen. Sie waren in mehreren F\u00e4llen kaum belastbarer als diejenigen der Messe und nahmen sich gegen die zus\u00e4tzliche L\u00e4rmbelastung eines der am dichtesten bebauten und bereits heute einen Spitzenplatz in der L\u00e4rmbelastung einnehmenden Areale der Stadt teilweise ziemlich l\u00e4cherlich und papieren aus.<\/p>\n<p>Ich kannte Sie bis dahin nicht, Herr Kahlen. Vielleicht sind sie ja sonst ein verantwortungsbewu\u00dfter Stadtdirektor, der zum Wohle der B\u00fcrger seiner Stadt handelt und bem\u00fcht ist, Schaden bestm\u00f6glich von ihnen abzuwenden. Ich bin auch gar kein grunds\u00e4tzlicher Feind von L\u00e4rm emittierenden Einrichtungen wie Autobahnen, Flugh\u00e4fen oder Fabriken, auch nicht in der Stadt. Aber hier bekomme ich wirklich den Eindruck, da\u00df Sie die \u00e4rmsten und einflu\u00dfschw\u00e4chsten B\u00fcrger dieser Stadt f\u00fcr ein Butterbrot verkauft haben. Wenn Sie den Weg des geringsten Widerstands bevorzugen, wird denjenigen, die f\u00fcr eine der zahlreichen besseren L\u00f6sungen sind, nichts anderes \u00fcbrig bleiben, als den Widerstand zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit freundlichem Gru\u00df,<\/p>\n<p>Boris Sieverts<br \/>\nB\u00fcro f\u00fcr St\u00e4dtereisen<br \/>\nPellenzstr. 6<br \/>\n50823 K\u00f6ln<br \/>\n<a href=\"mailto:borissieverts@gmx.de\" target=\"_blank\">borissieverts@gmx.de<br \/>\n<\/a>tel. 01714160572<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Reaktion auf die B\u00fcrgerinformationsveranstaltung vom 28.11.2011 wendet sich Boris Sieverts in\u00a0einem offenen Brief Stadtdirektor Guido Kahlen. 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